Gewicht, Feder und Vorspannung einstellen und zusehen, wie weit das Heck einfedert, wie viel Reserve bleibt und wie hart sich die Feder an dieser Stelle anfühlt.
Feder wählen
Federtyp
Wo die Lastlinie die gelbe Kurve schneidet, steht das Federbein. Mehr Vorspannung schiebt die gelbe Kurve nach oben, der Schnittpunkt wandert nach links: weniger Einfederung, mehr Reserve.
Die Härte am Arbeitspunkt hängt nur von der Last ab. Drehst du am Handrad, rutschen Kurve und Arbeitspunkt gemeinsam zur Seite, die Höhe des Punktes bleibt gleich.
Das Handrad drückt die Feder schon vorab ein Stück zusammen. Die Feder wird dadurch nicht härter, ihre Kennlinie bleibt dieselbe. Es ändert sich nur, bei welcher Stellung des Federbeins die Federkraft dem Gewicht entspricht: Das Heck steht höher.
Härter wird es durch Last. Je mehr draufsitzt, desto weiter wird die Feder zusammengedrückt. Bei einer progressiven Feder landest du dann im härteren Bereich. Das passiert auch ohne Drehen am Handrad, du hast dann nur weniger Reserve bis zum Anschlag.
Feder zu weich? Typisches Zeichen: Mit Fahrer stimmt der Durchhang nur bei sehr viel Vorspannung, und ohne Fahrer hängt das Heck kaum noch durch. Dann ist eine härtere Feder die richtige Lösung, nicht noch mehr Vorspannung.
Nachmessen: Abstand Hinterachse bis zu einem festen Punkt am Heck einmal mit entlastetem Rad messen (Motorrad aufgebockt), einmal mit Fahrer in Fahrposition. Der Unterschied ist der Durchhang beladen, den du hier mit „Durchhang beladen“ vergleichen kannst.
Vereinfachtes Modell: konstante Hebelübersetzung (die echte Pro-Link-Umlenkung der RD07 ist selbst leicht progressiv), keine Dämpfung, keine Reibung, feste Gewichtsanteile aufs Hinterrad (Fahrer 55 %, Sozius 95 %, Gepäck 100 %). Serienwerte nach Angaben von Federbein-Anbietern: Feder 8,4 kg/mm (≈ 82 N/mm), Vorspannung 10 mm, Durchhang 65 mm, Federweg am Rad 214 mm. Die Werte zeigen die Zusammenhänge, sie ersetzen nicht das Nachmessen des Durchhangs am eigenen Motorrad.